Vorgeschichte, Gründung

Die Regimentsmusik 1888 vor dem Kursalon Salzburg
Die Regimentsmusik vor dem Salzburger Kursalon (1888)

Vorgeschichte und Gründung 1999

Geschichte der alten k.u.k. Regimentsmusik der Rainer endete zunächst im November 1918 gemeinsam mit der Auflösung des Regiments. Einige Erinnerungsstücke an die alte Kapelle werden allerdings bis heute im Rainermuseum auf der Festung Hohensalzburg aufbewahrt: so ist neben Schärpe und Stab des Tambourmajors und der großen Trommel auch eine Signaltrompete zu sehen. Sie wurde dem Regiment von der Stadt und dem Kronland Salzburg 1916 anlässlich des Jubiläums zur 100-jährigen Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich gestiftet.

Der Festschrift zum 75-jährigen Bestand des Rainerbunds ist zu entnehmen, dass es bereits in der Zwischenkriegszeit eine Rainer-Musikkapelle gab, die in der alten Uniform auftrat. Im Jahr 1935 übernahm der Vorgänger der heutigen Stadtmusikkapelle Salzburg das musikalische Erbe. Unter dem von der Rainermusik her bekannten Kapellmeister Adolf Mayer trat die Kapelle mehrmals im Jahr in der traditionsreichen Raineruniform auf. Nach 1945 gab es ebenfalls Bestrebungen, die Rainermusik wieder ins Leben zu rufen. Unter anderem versuchte dies – leider erfolglos – in den frühen Fünfzigerjahren Hanns Hacker, Finanz-Oberoffizial, ehemaliger Rainer und Träger höchster Auszeichnungen.

Unmittelbarer Anlass für die Neugründung einer Rainermusik im Jahr 1999 durch HR Prof. Mag. Dr. H. Glaser war die Rückgabe der Regimentsfahne an das Militärkommando Salzburg durch Oberst Sepp Schalber – nachdem die letzte Traditionseinheit des IR 59 im Bundesheer aufgelöst worden war. Bei einer Konzerttournee der Musikkapelle Hohensalzburg an die Côte d'Azur besprach Prof. Dr. Glaser sein Vorhaben bei einem Aufenthalt in Monaco mit Gründungskapellmeister Paul Hofbauer.

Die Wiedergründung wäre ohne die ideelle, vor allem aber auch finanzielle Unterstützung durch Stadt und Land nicht möglich gewesen. Besonderer Dank gebührt dem Salzburger Raiffeisenverband, der dem Orchester seit den Anfangstagen ein verlässlicher, unverzichtbarer Partner ist.

Dass die Tradition der Rainer in Salzburg aber ungebrochen ist und noch immer einen hohen Stellenwert besitzt, zeigt neuerdings die Namensgebung für das im Rahmen der Milizverbände neu formierte Salzburger Jägerbataillon „Erzherzog Rainer“.

Auch die Rainermusik hat sich die Pflege dieser Jahrhunderte alten Tradition auf die Fahnen geheftet. Äußeres Zeichen dafür ist einerseits die bis 1908 getragene historische Uniform, anderseits steht in diesem Sinne das Musikschaffen der zweiten Hälfte des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Das Orchester steht damit in einer Reihe mit der Original Tiroler Kaiserjägermusik, den Wiener Deutschmeistern, der Khevenhüllerkapelle und der 84er-Regimentskapelle in Krems.

"Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers"

(Sir Thomas More, Benjamin Franklin, Johannes XXIII,
Gustav Mahler, Franz Kardinal König, et al.)